Was ist Geld?

Geld – jeder braucht es, kaum jemand versteht es.

Geld ist offizielles und allgemein gebräuchliches Zahlungsmittel in der Währung, die im Hoheitsgebiet eines Staates gilt.
Geld besteht aus:

  • Bargeld, den Münzen und Noten
  • Giralgeld, das sind die Guthaben auf Girokonten für bargeldlosen Zahlungsverkehr

Bargeld und Giralgeld bilden zusammen die Geldmenge M1.
Der überwiegende Anteil, 89%, bildet das Giralgeld (Grafik unten: roter und grüner Teil).
Nur 11% sind Bargeld.
Quelle: SNB, Statistisches Monatsheft, Tabelle B2.

Debit- und Kreditkarten sind kein Geld (fälschlicherwiese als „Plastikgeld“ bezeichnet). Sie sind nur technische Hilfsmittel im Zahlungsverfahren durch die Giralgeld überwiesen wird.

Geld auf Speicherchips von Karten oder auf Handys sind eine mobile Form von Giralgeld, gleichsam ein mobiles Unterkonto des festen Girokontos.

Bonusmeilen sind kein Geld, sondern eine neue Art von Rabattmarken, eine Gutschrift anstelle eines direkten Preisnachlasses.

Giralgeld wird manchmal auch als Buchgeld bezeichnet. Allerdings versteht man unter Buchgeld auch andere Buchguthaben wie Sparguthaben, die jedoch kein Geld darstellen, sondern eine Forderung auf Geld. Praktisches Abgrenzungskriterium: Mit dem Sparbuch wird nicht bezahlt, damit kann man an der Ladentheke nichts anfangen.

Geld beruht auf sozialen Gesetzen.
Wir haben es zu dem gemacht was es ist. Wir können also darüber diskutieren und verhandeln, wie es zukünftig funktionieren soll.
Geld ist deswegen auch ein Politikum.

Aus Zeit Online „Kein Geld ohne Leistung“, Interview mit Prof. Mastronardi, 2010:
„Geld ist dieses Zahlungsmittel, das wir brauchen, um keine Tauschwirtschaft zu sein. Damit Sie mir nicht Ihre Kleider geben müssen, um von mir Brot zu bekommen. Nur so kann die Arbeitsteilung unter Fremden funktionieren. Geld hat eine enorme Bedeutung bekommen.“
PS: interne Anmerkung: Bitte beachten Sie den 2.Kommentar.

.

  1. 8. März 2012 um 12:40

    Ich habe dieses Thema nochmals überarbeitet.

  2. Christian Walter
    7. Juni 2013 um 17:01

    Sehr geehrte Damen und Herren, so sehr ich interessant finde was sie tun, dieses Zitat am Ende ist einfach falsch. Der Mythos vom Tausch ist falsch (wird leider aber nach wie vor jedem Wirtschaftsstudenten im ersten Semester untergejubelt). Wir wissen das aus der antropologischen und geschichtlichlen Forschung. Kredit war zuerst. Geld in Form von Münzen und ähnlichem (Muscheln, Perlen, etc.) kam erst später.

    Lassen sie es doch lieber be dem Absatz mit dem sozialen Gesetzen und der Tatsache, das wir die Natur unseres Geldes (sei es nun virtuell oder nicht) ändern können.

    • 7. Juni 2013 um 23:58

      Grüezi,
      Besten Dank für den Hinweis und die Richtigstellung. Ich teile Ihre Sichtweise und verweise in diesem Zusammenhang gerne auf das Buch von David Graeber „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“
      (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulden:_Die_ersten_5000_Jahre).
      Zur Klärung: Beim Zitat handelt es sich nicht um eine Stellungnahme des Vereins MoMo, sondern um ein (vereinfachendes) Zitat von Prof. Mastronardi.

      • Christian Walter
        10. Juni 2013 um 18:45

        Guten Tag,
        Danke für die zur Kenntnisnahme und Richtigstellung. Finde ich sehr positiv, dass Sie das so direkt aufnehmen. Ich verstehe auch die Argumentation. Ich halte es aber für wichtig, solche Dinge gar nicht erst wieder einzuführen und nicht ein neues Haus auf ein verrottetes Fundament zu stellen.

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