Warum sollte man dem Staat noch mehr Kompetenzen geben?

Die Frage impliziert, dass die Vollgeldreform die Zentralbank einfach verstaatlicht und der gewählten Regierung untergeordnet wird. Damit würden aber die Politiker nach eigenen Bedürfnissen Geld schöpfen, um ihre parteipolitischen Ziele oder eigene Machtinteressen durchzusetzen. Das kann nicht die Lösung sein.
Die Vollgeldreform schlägt eine bessere Lösung vor: die Einrichtung einer zusätzlichen „Gewaltentrennung“ mit der sogenannten Monetative, einer vierten (nebst Legislative, Exekutive, Judikative), von der Regierung unabhängigen Staatsgewalt, welche die Geldmenge bestimmt. Diese Aufgabe kann von einer entsprechend umgestalteten und ausgestatteten Zentralbank ausgeübt werden. Das Geld ist eine viel zu wichtige und öffentliche Angelegenheit, als dass man die Kontrolle über das Geldsystem (die Geldschöpfung) einer abhängigen Gruppe (private Geschäftsbanken, Politiker) allein überlässt, da diese nicht zwangsläufig die volkswirtschaftlich beste Lösung suchen, häufig ist genau das Gegenteil der Fall.
Der Bund und die Kantone können sich also kein neues Geld für ihre Ausgaben “wünschen”… einzig die unabhängige Monetative entscheidet über eine Geldmengenausweitung im Gesamtinteresse des Landes und aufgrund der erwarteten Wirtschaftsleistung. Eine Inflation von 0% soll dabei als Vorgabe gelten (Preisstabilität).
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Eine zusätzliche Variante um vom „Begehren“ von Politik, Staat und Wirtschaft unabhängig zu sein, ist die demokratische Verteilung des Geldmengenzuwachses (aufgrund des Wirtschaftswachstums) direkt an alle BürgerInnen. Dies in Form einer auszuzahlenden „Bürgerdividende“.  Bitte beachten sie dazu die Erläuterungen in der Plattform für eine neue Geld- und Finanzmarktverfassung (Entwurf des Initiativtextes mit ausführlichen Erläuterungen).
PS: Gemäss heutigen Zahlen wären das ca. Fr.1000.-/Jahr bzw. ca. Fr.100.-/Monat und Bürger.
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Fazit:
Die heutige Geldherstellung wird den privaten Geschäftsbanken aus den Händen genommen, aber nicht in die Hände des Staates gelegt, sondern in die Hände einer von den Banken und dem Staat unabhängigen (aber transparenten und natürlich demokratisch kontrollierten) Institution. Das Kunstwort Monetative soll ja in Anlehnung an die Judikative genau diese Unabhängigkeit unterstreichen. Genauso wie der Staat der Judikative nicht dreinreden darf, solange sie sich an die Verfassung/Gesetze hält und sich darauf beschränken muss, die Unabhängigkeit der Judikative zu garantieren (nur dafür und weil niemand sonst diese Unabhängigkeit gewährleisten (!) kann, braucht es den Staat noch, nachdem die Verfassung/Gesetze einmal geschaffen sind), genauso muss der Staat nur noch die Unabhängigkeit der Monetative garantieren, nachdem sie einmal geschaffen ist und sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. – Die „vierte staatliche Gewalt“ (als eine Erweiterung der demokratischen Gewaltentrennung) wird halt leider gern missverstanden.
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