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Gibt es Unterschiede zwischen 100%-Money und Vollgeld?

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Gibt es Unterschiede zwischen 100%-Money und Vollgeld?

Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede kurz und klar dargestellt:

Vergleich 100%-Money vs. Vollgeld (inkl. Medienmitteilung)

Hier finden Sie die zusätzliche Hinweise zum im Vergleich erwähnten IWF-Arbeitspapier.

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Auszug aus dem oben verlinkten PDF:

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Gemäss IWF-Arbeitspapier (August 2012) unterstützen einzelne Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Konzept des 100%-Money (Chicago-Plan). Das 100%-Money und das Vollgeld sind jedoch nicht identisch. Das Vollgeld-Konzept ist gegenüber dem in den 1930er erarbeiteten 100%-Money eine Weiterentwicklung bzw. Anpassung an das heutige elektronische (Giralgeld-)Zeitalter.
Siehe www.vollgeld.ch/vollgeld-iwf-workingpaper und/oder unsere erläuternde  Medienmitteilung.

Gemeinsamkeiten

–        Kritik am fraktionalen Reservesystem

–        Kritik am Geldschöpfungsmultiplikator

–        Trennung zwischen Geldschöpfung (Geldherstellung) und der Kreditvergabe (Geldvermittlung)

–        Öffentliche Geldschöpfung statt  Bankengeldschöpfung

Unterschiede

–        100%-Money braucht Reserven, Vollgeld „ist“ Reserve

–        100%-Money hat weiterhin einen 2. Geldkreislauf mit (nicht gesetzlichem) Bankengeld als Zahlungsmittel

–        Vollgeldsystem hat einen einzigen Geldkreislauf mit einem (gesetzlichen) Zahlungsmittel

–        100%-Money hat weiterhin verschiedene „schwammig abgegrenzten“ Geldmengen M1 – M3

–         Vollgeldsystem hat nur noch eine einzige klaren definierte Geldmenge M  (ehemals M1)
(M2 – M3 sind im Vollgeldsystem sogenannte Wertspeicher bzw. Wertaufbewahrung in Form von Sparanlagen, Aktien Wertpapieren, welche alle ja wie bereits heute nicht direkt „kaufkräftiges“ Geld sind, sondern Vermögenswerte)

–        Wie Geld in Umlauf kommt:

  • 100%:  weiterhin einzig über Banken als Kredit und gegen Zins
  • Vollgeld:  schuld- und zinsfreie Geldschöpfung in Form von öffentlicher Ausgaben
    und/oder als Bürgerdividende

–        Organisation der Notenbank

  • 100%:   wie bisher
  • Vollgeld:   Etablierung einer Monetative

–        Geldmengenregelung

  • 100 % je nach Ausgestaltung:  folgt allenfalls (weiterhin) dem Bedarf (den Begehrlichkeiten) der Banken  ->Too big to fail Problematik bleibt.
  • Vollgeld:  diskretionäre (fallweise) Schöpfung im Gesamtinteresse gemäss gesetzlichen Rahmenbedingungen

–        Übergangsprobleme

  • 100%:  ungeklärt:
    Reserven als Schenkung an Banken ?  Verpfändung von Aktiven?
  • Vollgeld: einmalige Extra-Übergangsseigniorage

Die zentralen Erkenntnisse des IWF-Arbeitspapieres gelten auch für das Vollgeld:
• weniger konjunkturelle Schwankungen             • Reduktion der öffentlichen und privaten Verschuldung
• Verhinderung von bank runs                                • Null-Inflation (Preisstabilität)

                                                                                                                                                                                                          Verein MoMo.     Okt.2012
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Hier gehts zur PDF-Variante

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Hier die Definition der AG Geldordnung der Piratenpartei betreffend des englischen Sprachgebrauchs:
100% Money vs. Vollgeld – Eine internationale Begriffsklärung

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  1. 30. Dezember 2012 um 22:29

    Von den genannten Unterschieden stimmt nur folgendes:

    >> Unterschiede

    – 100%-Money braucht Reserven, Vollgeld „ist“ Reserve

    – 100%-Money hat weiterhin einen 2. Geldkreislauf mit (nicht gesetzlichem) Bankengeld als Zahlungsmittel

    – Vollgeldsystem hat einen einzigen Geldkreislauf mit einem (gesetzlichen) Zahlungsmittel

    Der Rest stimmt leider nicht. In beiden Fällen gibt es noch die Geldmenge M1 und M0, wobei diese beiden Geldmengen dann Deckungsleich wären. Die Geldmengen M2 und M3 nicht mehr als solche zu bezeichnen, ist dagegen nur eine definitorische Frage.

    Der Rest ist falsch. Ob nun die Banken ihre Aktiva an die Zentralbank verkaufen müssen oder ob Geld bei Rückzahlung an die Geschäftsbanke erst formell vernichtet wird um es im Anschluss durch die ZB wieder neu zu schaffen – in beiden Fällen kann der zurückgezahlte Betrag an die Regierung fliesen.

    Die Art der Notenbankorganisation ist unabhängig von den oben angesprochenen Formalen fragen. Nach welchen Kriterien die Zentralbank neues Geld schöpft ebenso. Am besten nach den selben Kriterien wie heute: Preisstabilität.

    Ob sich die ZB daran hält ist eine andere Frage, aber ebenfalls unabhängig von der Bezeichnung als “Monetative”.

    Der Vorteil einer 100%-Mindestreserve gegenüber “Vollgeld”:

    Buchgeld bei Geschäftsbanken ist nicht direkt gesetzliches Zahlungsmittel. Wenn Buchgeld bei privaten Geschäftsbanken direkt gesetzliches Zahlungsmittel wäre, könnte man es leicht fälschen – und wie nach einigen Überweisungen “Falschgeld” von echtem Geld unterscheiden? Es muss also Schattenkonten bei der Zentralbankt geben – damit hat man dann die 100%-Mindestreserve.

    Das die Geschäftsbank betrügerische weise und illegal Buchgeld schafft, das nicht gedeckt ist, wäre natürlich grundsätzlich genauso möglich, wie die illegale Schaffung von “Vollgeld” auf einem Vollgeldkonto bei einer Privatbank, aber es würde keine Verwirrung darüber entstehen, was “richtiges Geld” ist – nämlich nur Zentralbankgeld (und staatliche Münzen, aber das ist vom Umfang kaum der Rede wert).

    Mit Grüßen

    Techniknörgler

  1. 10. Februar 2013 um 10:45
  2. 10. Februar 2013 um 10:47

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