Neuerscheinung: Die Vollgeld-Reform

Verein Monetäre Modernsierung (Hrsg.): 
Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können.

Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi.
Edition Zeitpunkt, 2012. 80 S. Fr.12.50 / Euro 9.50. ISBN: 978-3-9523955-0-9

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Was viele nicht wissen: Rund 90 Prozent unseres Geldes werden gar nicht von der Nationalbank geschöpft, sondern von den privaten Banken. Jedes Mal, wenn sie einen Kredit sprechen, erhöht sich die Geldmenge um den entsprechenden Betrag. Dies bestätigt auch die Nationalbank. (Die Nationalbank und das liebe Geld, S. 18/19).

Dieses Geld wandert zum grössten Teil in die Spekulation und erzeugt Druck auf die Realwirtschaft. Zudem ist dieses Geld unsicher; es hängt ab von der Bonität der Banken.

Die Vollgeld-Reform will das staatliche Geldmonopol wiederherstellen, die Geldschöpfung an die realwirtschaftlichen Bedürfnisse  anpassen und sicherer machen.

Drei Professoren erklären in einem neu erschienenen Buch die Geldschöpfung durch die privaten Banken, die Vollgeld-Reform und wie sie mit einer Verfassungs-Initiative umgesetzt werden kann. Eine Reform, auf die die Schweiz gewartet hat, und ein Buch, das Sie brauchen, um mitreden zu können.

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  1. 25. März 2012 um 20:52

    Die Gewinner in unserem System, die täglich um Milliarden reicher werden, dürften sich über die Konzentration unserer Aktivitäten auf den Bereich der „Geldschöpfung der Banken“ die Hände reiben! –

    Seit 1948 in der deutschen Wirtschaft tätig ist mir noch in Erinnerung, dass bis in die 1960er Jahre Löhne, Gehälter und Renten in bar ausgezahlt und ausgegeben wurden. Erst ab Ende der 1950er Jahre kam es nach auch für die Haushalte zur Einrichtung von Girokonten, von denen man nun seine regelmäßigen Zahlungen für Miete usw. an Dritte übertragen konnte, ohne mit Bargeld an den Schaltern Schlange stehen oder gar Geld vom Sparkonto abheben zu müssen! Doch bis heute ist mein Bankguthaben immer nur in dem Maße angewachsen, wie ich selbst auf Bargeld verzichtet und es bei einer Bank eingezahlt habe! – Und weil das so ist, liegen die Geldeinlagen der Bankkunden – wie alle Einzel-Bankbilanzen als auch die monatlichen Zusammenfassungen durch die Bundesbank beweisen – immer über den vergebenen Krediten. – Von einer Schöpfung also keine Spur!

    Problematisch war und ist alleine, dass diese Kundeneinlagen bei den Banken, bedingt durch die ständig positiven Zinsbelohnungen und dem daraus resultierenden Zinseszinseffekt, exponentionell zugenommen haben und weiter zunehmen und sich dazu auch noch bei einer Minderheit konzentrieren!

    Hiermit sollten wir uns befassen, damit sich die Gewinner dieses Systems nicht mehr die Hände reiben können!

  2. Ewald Kornmann
    26. März 2012 um 07:35

    In der Zeitschrift „Humane Wirtschaft“ Ausgabe 1/2012 hat Herr Helmut Creutz seine Erklärung der Zunahme der Guthabensalden ausführlich erklärt. (http://www.humane-wirtschaft.de/geldschoepfungen-der-banken-realitaet-oder-theorie-helmut-creutz/comment-page-1/#comment-1164).
    Nur ist dabei schon in der Negierung der multiplen Geldschöpfung, als von ihm 1. Theorie genannt, ein grundlegender Fehler enthalten. H. Creutz beschreibt die multiple Geldschöpfung als Vorgang richtig, analog wie auch bei der Schweizer Nationalbank nachzulesen (http://www.snb.ch/d/welt/contact/pdf/bro_b_d.pdf) „Die Banken schaffen neues Geld, indem sie Kredite vergeben“ (Seite 19 unten). Danach versucht er aber an einem realen Beispiel zu beweisen, dass die multiple Geldschöpfung nicht existieren könne.
    Bei diesem Beispiel geht er von realen Kaufvorgängen aus, bei denen der Ladeninhaber jeweils einen Teil der Einnahmen in seiner Kasse behalten würde. Richtigerweise bleibt dabei die Geldmenge jeweils gleich und es gibt keine Geldschöpfung.
    Der Unterschied zwischen diesen realen Kaufvorgängen auf der einen, sowie Einlagen und Krediten bei den Banken auf der anderen Seite ist aber derjenige, das die Einlagen der Bankkunden, wenn die real eingezahlten Gelder wieder als Kredit in Umlauf gekommen sind, immer noch da sind, im Gegensatz zum Kaufvorgangs-Beispiel von H. Creutz. Dort ist das weitergegebene Geld für den nächsten Kaufvorgang verwendet worden und deshalb nicht mehr in der Ladenkasse des vorherigen Ladens. Schon dieses Beispiel beweisst an sich die Geldschöpfung. Denn unabhängig ob die Bank die Einlagen wieder ausleiht oder nicht, der Einlagensaldo bleibt der gleiche.
    H. Creutz hat sich sicher grosse Verdienste um das Thema exponentielle Guthabensaldenvermehrung erworben. Bei der Geldschöpfung irrt er sich aber grundlegend. Oder wie erklärt sich nach Helmut Creutz die Zunahme der Guthabensalden weit über die Zentralbankgeldmenge hinaus? Nur durch Sparen und Zinsen ist dies nicht möglich, denn sonst müssten die Sparquoten in Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien, Portugal usw. relativ hoch sein.
    Falls Herr Creutz bei seiner Meinung bleibt, würde er der Schweizer Nationalbank unterstellen Lügen zu verbreiten!

  3. Walter Meier-Solfrian
    29. März 2012 um 17:22

    Was ist eine Bankeinlage? Für Helmut ist das am Bankschalter abgegebe-nes Geld. Die Geburt von Giralgeld geht immer , direkt oder indirekt, auf Bargeld zurück. „Und weil das so ist“, gibt es keine Giralgeld-schöpfung der Banken. Beweis: Bankenbilanz. Soweit seine Theorie.
    Die Praxis (betätigt von sehr vielen Profi-Bänkern aus Zürich, London, NY, auch von Texten verschiedener Zentralbanken): Bank B gewährt dem Kunden K einen Kredit von 10.000 Euro in Form eines Girokontos. B bucht:
    Auf Passivseite: Verbindlichkeit an K = 10.000 = Kundeneinlage!
    Auf Aktivseite: Forderung an K = 10.000. K zahlt ab sofort Zinsen.
    B hat 10.000 Euro Giralgeld geschaffen. Das steht auch voll im Einklang mit Helmuts Graphiken mit Bankeinlagen und Auslehnungen. Für Helmut gilt
    Theorien sind falsch; diesmal ist es aber seine. Trotzdem:
    Wir haben von Helmut sehr viel gelernt. Deshalb allerbesten Dank für Dein eindrückliches Lebenswerk!

  4. 19. April 2012 um 12:36

    Wenn die Kreditschöpfung auf eine bestimmte Menge „Vollgeld“ beschränkt werden soll und die Kreditnachfrage bei den Geschäftsbanken ist größer als die noch zur Verfügung stehende Menge an „Vollgeld“, dann kann man entweder die Kredite auslosen – oder irgendwie nach Wartezeit und Notlage zuteilen – oder man muss die Zinsen so stark erhöhen, dass nicht mehr Kredit nachgefragt wird, als noch „Vollgeld“ zur Verfügung steht. Eine starke Zinserhöhung verursacht eine Wirtschaftskrise, in der dann tatsächlich weniger Kredit nachgefragt wird. Will man das?

    Hat sich das von den Initiatoren schon mal jemand genauer überlegt?

    Generell muss in einer Ökonomie die geplante Verschuldung mindestens so hoch sein wie die geplante Geldvermögensbildung, wenn es nicht zu einer deflationären Depression kommen soll:

    Geldvermögen = Schulden

    Geldvermögensbildung durch „Sparen“ = Neuverschuldung durch Kreditschöpfung

    Man kann die Kreditschöpfung der Geschäftsbanken nur damit beschränken, dass man entweder erstens mit hohen Zinsen eine schwere Wirtschaftskrise auslöst, die dann die Sparfähigkeit reduziert, oder zweitens die Sparer, also in der Regel die Reichen, entsprechend höher besteuert, so dass sie nicht mehr sparen können, oder drittens die (reale) Geldvermögensbildung durch Inflation weniger attraktiv macht. Weitere Möglichkeiten gibt es nicht.

    Nur zu fordern, dass alles Buchgeld der Banken zu 100% mit Zentralbankgeld unterlegt sein soll, ist albern. Damit allein lässt sich die Kreditnachfrage nicht beschränken. Sie können die Bankkunden, die um Kredit nachfragen oder ihr Konto überziehen möchten, ja nicht einfach wegschicken, weil die Menge Vollgeld schon voll ist.

    Ganz ehrlich gesagt: Ich vermute, dass die Initiatoren der Vollgeld-Reform diese monetären und makroökonomischen Zusammenhänge einfach nicht verstanden haben. Vielleicht können Sie aber meine Einwände klären.

    • 19. April 2012 um 17:23

      Besten Dank für ihren Kommentar.
      Ihre Ausführungen im ersten Abschnitt zeigen argumentativ genau einige Richtwerte, wie die Monetative feststellen kann, dass eine grössere Geldmenge erforderlich ist. In den von Ihnen beschriebenen Situationen wird die Monetative (SNB) die Geldmenge erhöhen, falls ein solches Wirtschaftswachstum generell (aus Gesamtinteresse) erwünscht ist. Durch das zusätzlich in Umlauf gebrachte Geld steigt auch die verfügbare Menge, welche als Kredit vergeben werden kann.
      In einem Vollgeld-System gilt nicht mehr Geldvermögen = Schulden ! Die Geldbasis wird zins- und schuldfrei (im Sinne eines öffentlichen Gutes) zur Verfügung gestellt. Erst die zur Verfügungstellung als Kredit ergibt ein Schuldverhältnis.
      Gerne verweise ich für weitere Erläuterung des Vollgeld-Konzeptes auf Entwurf für eine Geld- und Finanzmarktverfassung oder allgemein auf http://www.vollgeld.ch/text oder auf die entsprechende (Fach)Literatur. Im Sinne ihres Schlusssatzes vermute ich, dass sie sich zu vorschnell ein Urteil gebildet haben und sie sich allenfalls bei Interesse nun vertiefter mit dem durchdachten und überzeugenden Konzept der Vollgeldreform auseinandersetzen.

  5. Peter Lauber
    7. Januar 2013 um 09:16

    Danke, Helmut, für Ihren Kommentar . Ich habe das bisher anders verstanden: wenn eine Bank Kundeneinlagen von CHF 100’000 hat, kann sie damit (als Sicherheit!?) Kredite über CHF 2’000’000 vergeben, sicher aber CHF 1’000’000. So wird Geld „gemacht“, in Umlauf gebracht. Sonst wäre das Ganze ja schön und gemütlich. Liebe Grüsse, Peter

  1. 22. Dezember 2012 um 23:54
  2. 4. Januar 2013 um 21:07
  3. 24. Januar 2013 um 10:37
  4. 26. Januar 2013 um 23:17
  5. 23. Februar 2013 um 16:53
  6. 23. Februar 2013 um 16:58

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